Freitag, 27. Juni 2008

Bald ist es soweit

„Gut Ding will Weile haben“.
 
Gemächlich aber stetig schreitet die Arbeit voran und nimmt Tag für Tag mehr Form an.
 
Hiermit lade ich alle recht herzlich ein sich den Termin der Präsentation freizuhalten:
 
22. Juli 2008 Freie Universität Bozen
Projektpräsentation [öffentl. Veranstaltung]
Raum F 3.01 [Im neuen Kopfgebäude]
 
[Genaue Uhrzeit wird noch bekannt gegeben.]

Mittwoch, 18. Juni 2008

Fotoshooting


Heute habe mich meinen Prototyp per Kurierservice nach Mae Sot/Thailand geschickt. Kommende Woche wird er dort bei Helfen ohne Grenzen ankommen ankommen und Lena [Projektmanager von HOG] wird Fotos von der Schultasche im Einsatz machen. 
 
Das ist ein besonders wichtiger Punkt für die Kommunikation des Projektes. So lassen wir uns [auch ich] überraschen, wie die Fotos werden. 

Freitag, 13. Juni 2008

Unter die Lupe


Gestern habe ich mich mit der Bozner Schneiderin Maria Seppi getroffen. Dabei habe ich ihr meinen Schulranzenentwurf und die Verarbeitungstechnik gezeigt und sie nach Tipps und Tricks vom Fachmann gefragt. 
 
Im Großen und Ganzen war sie mit meiner Arbeit zufrieden. 
Wir diskutierten über mögliche Änderungen um die Tasche leichter herstellen zu lassen und somit die Produktion effizienter zu gestalten.
 
In diesem Sinne möchte ich ihr recht herzlich danken für die Zeit die sie sich für mich genommen hat.

Dienstag, 20. Mai 2008

Einladung bei McNeil


Vergangene Woche habe ich meine Bastelecke von Bozen nach Frankfurt/Hainburg verlagert. Nach ein paar Telefonaten und Emails war der deutsche Schulranzenhersteller „McNeil“ so freundlich mich zu ihrer Zentrale in Hessen einzuladen. Thorsten Krause, der Firmengründer stand mir mit seiner über 30 jährigen Erfahrung als Feintäschnermeister und langjähriger Geschäftsleiter einen ganzen Nachmittag zur Verfügung. Ich erklärte ihm mein Projekt und wir diskutierten über die Realisierung sowie Möglichkeiten der Produktionserleichterung. Das technische Know-How was mir Herr Krause vermitteln konnte, ist sehr wertvoll für meine weiteren Schritte. Dazu kam, dass im Gespräch mit ihm eine ganze Reihe an Fragen auftraten, die es wert sind beantwortet zu werden. Zurück mit vielen Kniffen und Tricks aus der Feintäschnerkiste bin ich nach Bozen um mich wieder dem „Basteln“ zuzuwenden.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Nachrichten aus Burma


Das Ausmaß der Tragödie, die der Zyklon in Burma angerichtet hat, ist unvorstellbar. Die wenigen Bilder und Informationen, die zu uns dringen, geben nur ein beschränktes Abbild der Wirklichkeit wieder. Die Opferzahl liegt sehr wahrscheinlich über der Zahl von 100.000 Menschen. Das entspricht der Einwohnerzahl einer Stadt wie Bozen oder Innsbruck. Ein Gebiet größer als Österreich ist verwüstet, – kaputt. Millionen Menschen stehen vor dem Nichts, sind auf sich alleine gestellt; Hilfe erhalten sie keine oder nur zu Propagandazwecken des Regimes.

Die Militärregierung hat die Menschen weder gewarnt, noch helfen die Generäle den Millionen Obdachlosen, Verletzten, Hungernden, Sterbenden. Die wenigen Aktionen werden alleine für die Kameras gemacht, um eventuellen Protestaktionen vorzubeugen. Zudem behindern die Militärs die Hilfsorganisationen vor Ort, untersagen den Zugang zu bestimmten Gebieten, vor allem der Minderheiten, und verzögern auch die Ankunft von Helfern und Hilfsgütern aus dem Ausland.

Vor Ort ist die Versorgungslage nahezu aussichtslos. Die Infrastrukturen, Straßen und Kommunikationswege sind beinahe komplett zerstört. Es gibt weder genügend Reis noch andere Hilfsgüter, von Medikamenten ganz zu schweigen. Alles muss aus dem Ausland herangeschafft werden, wenn es die Generäle zulassen (bis zum aktuellen Zeitpunkt wurde nur wenigen Flugzeugen die Landeerlaubnis erteilt. Visa‘s für Helfer werden nur zögerlich, wenn überhaupt, ausgestellt). Es ist davon auszugehen, dass auch in nächster Zeit die Verteilung nicht nach Notwendigkeit, sondern nur nach Gutdünken der Militärs und nach vorheriger Bezahlung von Bestechungsgeldern in ausgewählten Gebieten erfolgen kann (wir beziehen uns dabei auf eine Aussendung der UNO). Es ist daher mit neuen Flüchtlingsströmen Richtung Grenze zu rechnen, wo Helfen ohne Grenzen bereits Projekte für die Flüchtlinge betreibt und sich auf die Ankunft der Hilfsbedürftigen vorbereitet. Das Büro in Mae Sot arbeitet an Einsatzszenarien, der Vorsitzende Benno Röggla bricht dieser Tage nach Thailand auf. Da die Gefahr von Unruhen als Folge der unterlassenen Hilfeleistungen sehr hoch ist, müssen wir rechnen, dass dieser Flüchtlingsstrom ebenfalls alle Erwartungen übertreffen kann.

(Auszug aus der „Helfen ohne Grenzen“-Rundmail vom 8. Mai 2008)

Dienstag, 29. April 2008

Bastelecke Uni Bozen

In den vergangenen Wochen hat sich viel getan. Zum einen habe ich Claudia, einer gelernten Schneiderin in Österreich einen Besuch abgestattet. Denn sie näht seit einigen Jahren Taschen aus Resten von LKW-Planen. So hat sie mir helfen können eine Firma zu finden, die mir Restmaterial schenkte. 
 
Mit diesem kann ich nun in Hülle und Fülle basteln, ausprobieren, entwickeln und gestalten. 
Weiter bin ich mit vielen Leuten in Kontakt getreten, die mir Tipps und Ratschläge bezüglich verschiedener Materialien gegeben haben, z.B. Verschiedene Imprägnierungsverfahren für Baumwollgewebe. 
 
Besonders erfreulich ist, dass mich der Schulranzenhersteller McNeill zu sich nach Hainburg/Frankfurt eingeladen und damit auch sein Interesse, an einer Zuhilfestellung für dieses Projekt, ausgesprochen hat. Anfang Mai werde ich somit nach Frankfurt reisen um von den „Leuten vom Fach“ meine Entwürfe und Modelle zu zeigen und um von ihnen etwas technisches Know-How zu erfahren.

Donnerstag, 27. März 2008

Vortrag in der Universität - Presentazione all'università

Hiermit lade ich alle Interessierten zu diesem Abend ein.
Invito cordialmente tutti gli interessati a questa serata. 

Mon/lun 

31.03.2008 

ore 18  Uhr 

SER-F 305


IMPRESSIONEN 

aus Mae Sot 

Warum der Weg einer 

Diplomarbeit zu den 

Flüchtlingen nach 

Thailand führt.  

Eindrücke einer Reise 

von Max Stürzer 


IMPRESSIONI 

da Mae Sot 

Come una ricerca di 

design mi ha portato  ai 

profughi in Thailandia. 

Esperienze di un 

viaggio di Max Stürzer 


Mittwoch, 26. März 2008

Back in Bolzano


Mit einem Rucksack voll mit Bambusleisten, einem Kopf voller Ideen und einem Bauch voller Tatendrang kam ich in Bozen an. Dort traf ich mich mit meinen betreuenden Professoren um ihnen einen kleinen Einblick in meine Eindrucks-volle Zeit und die damit verbunden Fortschritte geben zu können. All das positive Feedback was ich erhalten darf motiviert mich am Ball zu bleiben und um weiterhin zu schaffen. Dafür möchte ich all denen danken, die mich mit ihrer Aufmerksamkeit beschenken…
 
Inzwischen ist auch das Baumwollinlet meines ersten Prototyps mit Benno zurückgekommen. Cynthia von WEAVE hatte das Modell ins Flüchtlingslager Mae La mitgenommen um mit den Frauen der Webwerkstatt abzuklären ob es produktionsfähig wäre. Und die gute Nachricht dabei: Es ist produktionsfähig…
 
Nun ist es an der Aufgabe, das Produkt so „abzuspecken“, dass die vollkommene Funktion mit dem geringsten Gewicht kombinierbar wird. So bin ich schon sehr gespannt was am Ende dabei herauskommen wird.

Dienstag, 18. März 2008

Artikel in der „Alto Adige“ – Articolo nell'„Alto Adige“


Ein erster Schritt zum Thema Öffentlichkeitsarbeit ist der Artikel „Max, il designer aiuta i profughi“ von Gaetano Dallessandro, welcher in der Alto Adige am 17. März erschien. 
Hier zeigt sich recht deutlich, dass es nicht ausschließlich um Design geht sondern unter anderem um Aufklärungsarbeit… 
Ein herzliches Dankeschön hierbei gilt Gaetano, der mit seiner aufgeschlossenen Art auf mich zu kam.
 
Un primo passo riguardante le pubbliche relazioni è l'articolo "Max, il designer aiuta i profughi" di Gaetano Dalessandro, il quale è apparso sul quotidiano Alto Adige il giorno 17 marzo.
In esso è indicato abbastanza chiaramente che non si tratta solamente di Design, ma soprattutto di relazioni pubbliche.
Voglio ringraziare Gaetano, che si è interessato di me.
 

Dienstag, 11. März 2008

Prototyp Nummer Eins


Meine letzten Tage in Mae Sot vergingen wie im Flug. Die geborgte Nähmaschine hatte Anklang auch im Office gefunden. Ann nähte zusammen mit ihrer Freundin Pi Wat einen ersten Entwurf für die zukünftigen Schuluniformen. (Ich musste mir eingestehen, dass ich im Vergleich zu ihr keine nennenswerten Kenntnisse im Nähen habe!) Diese Uniformen sollen schließlich von den Eltern der Flüchtlingsfamilien, deren Kinder die von „Helfen-ohne-Grenzen“ unterstützten Schulen in Thailand besuchen, hergestellt werden. Die meisten dieser Erwachsenen haben keine Beschäftigung - geschweige denn Arbeit. Das thailändische Gesetz erlaubt es nicht, dass Flüchtlinge „einfach so“ Geld verdienen. Dafür benötigen sie ein „Workpermit“ (Arbeitserlaubnis) und dafür braucht man wiederum Geld – wer keines hat, darf somit auch nicht arbeiten. Auf was für Ideen würde unser einer in einer solchen dürftigen Situation kommen?
 
Es wollte und sollte noch viel erledigt werden! Denn schließlich war das hier der Hauptteil meiner Recherche. Was sollte es mir bringen, wenn ich die meiste Zeit im Office verbringe und mich mit Frage herumschlage wie z.B. „Wie kann ich den Rucksack noch effizienter designen“?
 
In der Zwischenzeit hatte ich dank Chaung Ku einen Betrieb gefunden, der mir meine wasserdichte Hülle nähen würde. Doch der Auftragnehmer wollte „one week!“ weil „many work!“, denn in der Trockenzeit flickte man hier seine Löcher, reparierte seine Dächer und bereitete sich auch sonst auf die kommenden Wassermassen und noch viel mehr auf die hohe Luftfeuchtigkeit vor. Diese kroch einem nicht nur in die Cornflakes hinein, sondern überall.
Weiter hatte ich auch eine Bestellung bei der Bamboofactory aufgegeben. Der freundliche Fabrikbesitzer zeigte mir bei meinem dritten Besuch die Fertigungsstätten. Als ich ihn höflich fragte ob ich denn Fotos machen dürfte, antwortete er mit einem strahlenden und gleichzeitig gequälten Lächeln: „No, sorry.“ Warum er das nicht wollte, fand ich ein paar Augenblicke später heraus. In der Fabrik arbeiteten fast ausschließlich Burmesen. Ich kenne die Holzwerkstatt der Bozener Uni recht gut und weiß auch, was die offiziellen Sicherheitsmaßnahmen besagen. Doch was ich hier zu sehen bekam, überraschte mich dann doch:
Objekte wie Augen-, Ohren-, Fingerschutz oder andere Protektoren schienen diesen Leute hier unbekannt zu sein. Beim Arbeiten mit offenen Bohrmaschinen sowie Kreissägen in Flipflops, beim Schleifen und Lackieren ohne Mundschutz lächelten dich die Leute an, als wäre die Welt heile. Das bei einer sieben Tage Woche und bei einem für uns wirklich lächerlichen Verdienst!
Nicht, dass der Fabrikbesitzer ein Unmensch gewesen wäre, nein, diese Umstände waren hier ganz „normal“ und gehörten zum Alltag. Doch erschreckend war es dennoch, weil man wusste, dass dies keine Ausnahme war. 
 
Am Samstag konnte ich schließlich den Regenschutz für den Schulranzen fertig gestellt bekommen. Letztendlich bestellte mich der Chef zur Werksatt, damit ich ihm das Material zuschnitt, weil er einige Probleme hatte, meine Zeichnung richtig zu verstehen und zu deuten. Innerhalb kürzester Zeit hatte sein Näher die Klettverschlüsse angenäht. 
Das Baumwollinlet gab ich der Produktentwicklerin von WEAVE. Sie wird mit diesem eher laienhaft vernähten Entwurf ins „Mae La“ Flüchtlingslager (Siehe „Post 2 Mae Sot“) fahren und die Machbarkeit mit den Frauen besprechen und etwaige Ideen einholen.
Sonntagnachmittag ging ich zum letzten Mal in die Bambusfabrik, um meine „Bamboosticks“ abzuholen. Das Material bekam ich zu einem sehr fairen Preis, da der Inhaber meine Idee unterstützen wollte. Das hat mich gefreut. 
 
Sonntag besuchte ich zusammen mit Lena, Chaung Ku und Orn ein Meeting der vier HWF-Schulen auf der Thailändischen Seite. Es waren alle Schulleiter und einige andere Lehrer anwesend. So nutzte ich die Gelegenheit, ihnen meinen ersten Prototypen zu zeigen und sie um ihre Ideen zu fragen. Das war ein sehr produktives und klärendes Treffen!
Am Abend fuhr ich schließlich mit dem Übernachtbus nach Bangkok und rundete mit drei Tagen Urlaub meine Zeit in Thailand ab. 
 
Hiermit danke ich Benno und seinem HWF-Team für alle Hilfe, die ich so freizügig von ihnen erhalten habe. Es war eine wundervolle Zeit!